Studie zu Gewalt und Missbrauch an Kindern

Hoher Bedarf an Aufklärung und Prävention

Das Österreichische Gallup-Institut hat im Auftrag von die möwe zum fünften Mal eine bevölkerungsrepräsentative Befragung zu Gewalt an Kindern in Österreich durchgeführt. Die letzte Erhebung fand 2020 statt.

Noch immer antworten lediglich zwei Drittel der Befragten, dass eine gewaltfreie Erziehung die optimale Erziehungsform sei und immerhin 14  % sind der Meinung, dass man manchmal auch drastische Mittel in der Erziehung einsetzen muss.

Die größte Verbesserung im Bewusstsein über Gewalt kann man bei der Beurteilung von psychischer Gewalt sehen, wobei hier weiterhin Luft nach oben ist: Rund ein Drittel der Befragten nimmt das Anschweigen eines Kindes oder die Drohung von Liebesentzug nicht als gewaltvolle Handlung wahr. 17  % hatten schon einmal den Verdacht, dass ein Kind durch Gewalt gefährdet ist. 20  % davon geben an, dass sie trotz eines Verdachts nichts unternommen haben und ihr Wissen für sich behalten haben. Auch Menschen, die noch nie einen Verdacht hatten, geben zu 8  % an, dass sie nichts tun würden, bzw. sich lediglich diskret verhalten würden. Ein Großteil der Befragten fordert weiterhin härtere Strafen oder Zwangstherapien für Täter:innen, während die von Expert:innen empfohlenen präventiven und aufklärenden Maßnahmen deutlich weniger Zustimmung erhalten.

Daten zur Untersuchung: Gallup Omnibus, CAPI (Computer Assisted Personal Interviews), Auffüllung der demographischen Quoten mittels Online-Interviews, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung 14+, n=1.000, 29. September bis 20. Oktober 2025