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Einkauf von Bio-Lebensmitteln in Österreich

Bio-Lebensmittel: Mittel zum Zweck oder Lebensphilosophie? Bio oder Regionalität?

Das Österreichische Gallup Institut führte zum Thema Bio Lebensmittel im Zeitraum von 11.05.2017 bis 21.05.2017 eine persönliche Befragung (CAPI) mit 1.000 Personen repräsentativ für die österreichische Bevölkerung 14+ durch. Folgende Themen wurden untersucht: Einstellung zu Bio-Lebensmitteln, Einkaufshäufigkeit, Einkaufsstätten, Präferenz von Bio Lebensmitteln vs. Lebensmittel mit regionaler Herkunft.

BIO IST LEBENSQUALITÄT

Die ÖsterreicherInnen haben eine überwiegend pragmatische Einstellung zu Bio:
Für 52% verspricht die ökologische Herkunft der Lebensmittel mehr Wohlbefinden und trägt somit zur höheren Lebensqualität bei („Die Pragmatiker“). Nur 12% sind der Gruppe der Bio-Idealisten zuzurechnen – ihre Maxime heißt „Bio ist Lebensphilosophie“. 35% der ÖsterreicherInnen stehen dem Phänomen Bio gleichgültig gegenüber („Die Gleichgültigen“).

70% DER ÖSTERREICHER/INNEN KAUFEN ZUMINDEST GELEGENTLICH BIO-LEBENSMITTEL EIN

Unabhängig von der Einstellung zu Bio werden Produkte aus ökologischem Landbau von 70% der Bevölkerung zumindest gelegentlich gekauft, 2% davon gehören der Gruppe der „Bio-Hardliner“ an (konsumieren ausschließlich Bio-Produkte). Die Bio-KäuferInnen sind auch in der Gruppe der Gleichgültigen zu finden (30% zumindest gelegentlicher Einkauf). Rund ein Drittel der ÖsterreicherInnen (28%) konsumiert selten oder nie Bio-Produkte.

BIO IST EINE FRAGE DER PERSÖNLICHEN RESSOURCEN

Sowohl die Einstellung zu Bio als auch die Einkaufshäufigkeit von Bio-Lebensmitteln hängen mit dem sozioökonomischen Status zusammen: Je höher das Einkommen, die Bildung und die Stellung im Beruf, umso mehr Ressourcen stehen für den Konsum von Bio-Lebensmitteln zur Verfügung und umso aufgeschlossener zeigt man sich der Bio-Thematik gegenüber. So verfügen z.B. die Bio-Pragmatiker und Bio-Idealisten zumeist über ein höheres Einkommen und haben eine höhere Schulbildung als die Gleichgültigen.

KONVENTIONELLER HANDEL = DIE EINKAUFSSTÄTTE DER ERSTEN WAHL

Die ÖsterreicherInnen kaufen die Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft bevorzugterweise im konventionellen Handel (80% der KäuferInnen im Lebensmittel-Supermarkt, 61% im Diskonter).
Die Idealisten suchen Bio-Supermärkte und Reformhäuser deutlich häufiger auf als die Bevölkerung insgesamt (35% vs. 14% und 18% vs. 10%).

KONSUMMOTIVE:  VERSCHWOMMENE GRENZE ZWISCHEN BIO UND REGIONALITÄT

Bio wird von den ÖsterreicherInnen stark mit Regionalität verbunden: 63% der KäuferInnen nennen als Kaufmotiv die regionale und 52% die österreichische Herkunft der Produkte. Die eigennützig geprägten Bio-Konsummotive stehen zudem mehr im Vordergrund als  Ökologie: Als Kaufmotive haben Gesundheit (62%) und Geschmack (47%) für die ÖsterreicherInnen mehr Relevanz als die klassischen altruistischen Motive wie Umweltschutz (39%), Fairtrade (17%) oder ethische Gründe (16%).

Bei den Idealisten sind hingegen auch manche altruistische Motive eher von Bedeutung als für die Bevölkerung insgesamt, wie eine umweltgerechte Produktion (47% vs. 39% total), Gentechnikfreiheit (56% vs. 44% total), Fairtrade (25% vs. 17% total) oder ethische Gründe (36% vs. 16% total).

REGIONALITÄT SCHLÄGT BIO

Produkte aus der Region stehen bei den ÖsterreicherInnen höher im Kurs als Bio-Produkte: Im direkten Vergleich entscheiden sich 66% für die Produkte aus der Region, 18% sprechen sich für Bio aus. Die Regionalität ist beim Lebensmitteleinkauf allen Bevölkerungsgruppen wichtiger als Bio. Die einzige Ausnahme bilden die Idealisten – sie bevorzugen mit knapper Mehrheit die Bio-Lebensmittel (55% vs. 45%). Auch Personen, die dem Thema Bio gleichgültig gegenüber stehen (Die Gleichgültigen), sind für regionale Lebensmittel durchaus aufgeschlossen (59%).

 

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