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Medien und Journalismus: Was kommt nach Corona?

(4. 5. 2021)  Die Relevanz des Journalismus ist im Krisenjahr gestiegen – Ambivalente Rolle der Medien in der Krise – Corona-Berichterstattung alleine schafft keine Nutzerbindung – Zahlungsbereitschaft für digitale Nachrichtenangebote bei den Jungen vorhanden.

Die Ergebnisse der mittlerweile siebten Befragungswelle der Studienreihe „Covid-19 und Medien“ des Österreichischen Gallup-Instituts und des Medienhaus Wien* zeigen, dass die Bedeutung des Journalismus in der österreichischen Bevölkerung in den letzten Monaten gestiegen ist. Gleichzeitig zeichnet sich eine zunehmende Polarisierung der Nachrichtenrezipienten ab. Zu den News-Vermeidern und Kritikern der Corona-Berichterstattung zählen vor allem junge Nachrichtenkonsumenten, jene mit einer niedrigen formalen Bildung und Demokratie-Skeptiker.

74 % der Österreicher sind der Ansicht, dass unabhängiger Journalismus für eine demokratische Gesellschaft „sehr wichtig“ ist. 46 % der Bevölkerung geben an, dass der Journalismus für sie persönlich „sehr wichtig“ sei, um sich über politische und gesellschaftliche Themen zu informieren, weitere 33 % werten mit „wichtig“. Zu Beginn der Pandemie (März 2020) betrugen diese Anteile 35 % und 36 %. Die Rolle der Medien in der Krise teilt in der aktuellen Pandemiephase die Bevölkerung in zwei Lager: Weiter gestiegen ist der Anteil derer, die der Meinung sind, dass die Berichterstattung zu einer Zuspitzung der Lage geführt habe (29 % vs. 26 % im Februar), gleichzeitig wächst auch die Gruppe jener, die den Medien einen konstruktiven Beitrag zur Krisenbewältigung attestieren (20 % vs. 13 % im Februar).

* 1000 Personen repräsentativ für die (webaktive) österreichische Bevölkerung 16+
(Methode: Computer Assisted Web Interviewing im Gallup Onlinepanel, durchgeführt vom 15. – 19. April 2021)