Zum Inhalt springen

Coronakrise: Skepsis an Politik und Auswirkungen auf die Rolle der Medien

Zustimmung zu Regierungsmaßnahmen auf tiefstem Punkt seit Beginn der Coronakrise – nur mehr knapp die Hälfte (53%) denken, dass die Regierung mit dem Coronavirus richtig umgeht  – Einschätzung der Zukunft düsterer als die aktuelle Lage – sinkende Mediennutzung und Rolle der Medien

Waren im Juni noch über die Hälfte der Österreicher (53%) der Meinung, dass die Pandemie unter Kontrolle sei, sind es derzeit laut neuester Studie des Österreichischen Gallup Instituts und Medienhaus Wien weniger als ein Fünftel (18%). Insgesamt ist die Stimmung von Verunsicherung, Widersprüchen und Skepsis am Krisenmanagement der Politik geprägt.

Die sinkende Zuversicht, die Krise zu bewältigen, hat auch Einfluss auf die Wahrnehmung der Medien: Mittlerweile glauben nur 17%, dass die Medien geholfen haben, die Krise einzudämmen (vs. 31% Höchststand erste Aprilhälfte). Zum ersten Mal überwiegt die Meinung, sie hätten eher Panik verbreitet (21%). Die abnehmende Mediennutzung spiegelt den Ermüdungszustand betreffend das Thema Corona wider. Die Informationseinholung ist gesunken – dies trotz der Verunsicherung und trotz des sinkenden subjektiven Informationsstands. Mittlerweile informiert sich ein Drittel (32%) gar nicht mehr, bei den 16 – 30 Jährigen sogar 41%. Die Mediennutzung sinkt in fast allen Gattungen, das Interesse an Partizipation über Blogs oder Leserforen ist rückläufig.
 
Fronaschütz fasst zusammen: „Um die in der Krise gewonnen neuen Leser zu binden, gilt es den Wert der journalistischen Leistung zu vermitteln. Werden die Medien lediglich als Überbringer der Botschaft der Politik wahrgenommen, so führt die Skepsis gegenüber dem Krisenmanagement der Politiker zu Skepsis gegenüber dem Medium. Für viele (junge) Erstnutzer wurden traditionelle bekannte Titel zum täglichen digitalen Begleiter. Die Qualität der Berichterstattung in unsicher erlebten Zeiten misst sich in Glaubwürdigkeit, Transparenz, Seriosität, Orientierungshilfe.“