KI ist ein Werkzeug, kein Freund



Künstliche Intelligenz ist in Österreich für viele Menschen bereits ein selbstverständlicher Teil des Alltags. Die Einschätzung ist ganz pragmatisch: KI ist nützlich, aber kein Ersatz für zwischenmenschliche Beziehungen.
In Österreich ist die Nutzung von KI weit verbreitet. 71 % der Bevölkerung greifen zumindest selten auf Anwendungen wie ChatGPT zurück, 29 % davon täglich oder mehrmals pro Woche. Das zeigt eine Umfrage des Österreichischen Gallup-Instituts.*
Die Hälfte der Nutzer:innen setzt KI ausschließlich für private Zwecke ein, 13 % verwenden sie nur für Beruf bzw. Ausbildung und weitere 32 % für beides. Grundsätzlich gilt: Je jünger man ist und je höher das Bildungsniveau, desto häufiger kommt KI zum Einsatz. So nutzen bereits 97 % der bis 30-jährigen KI zumindest selten, bei Personen mit höherem Bildungsniveau beträgt dieser Anteil 86 %.
KI soll helfen, aber nicht entscheiden
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (58 %) bewertet Künstliche Intelligenz als nützlich für das tägliche Leben. Am häufigsten teilen junge Menschen bis 30 Jahre (83 %) und höher Gebildete (73 %) diese Einschätzung.
Gleichzeitig sieht man die Verantwortung weiterhin beim Menschen: 52 % der Befragten lehnen die Idee von KI-Agenten ab, die selbstständig Aufgaben übernehmen und Entscheidungen treffen. 31 % stehen dieser Idee positiv gegenüber, 17 % sind unentschieden.
Kein Ersatz für Menschen
Die große Mehrheit der Bevölkerung (86 %) ist überzeugt, dass KI keine Gefühle wie Freude, Trauer oder Langeweile empfinden kann. Entsprechend stößt auch die Vorstellung, mit KI freundschaftliche Beziehungen einzugehen, überwiegend auf Ablehnung (77 %), lediglich 11 % würden dies begrüßen. Noch klarer fällt das Urteil bei der Frage aus, ob KI eine Freundin oder einen Freund ersetzen könnte: Dies wird von 92 % der Befragten verneint.
Doch immerhin 30 % der Nutzer:innen geben an, dass sie sich von der KI manchmal besser verstanden fühlen als von Menschen. Bei Personen bis 30 Jahre, die KI zumindest selten verwenden, sind es sogar 43 %.
Andrea Fronaschütz, Leiterin des Österreichischen Gallup-Instituts:
„In Österreich geht man mit Künstlicher Intelligenz pragmatisch um. Sie wird als hilfreiches Werkzeug akzeptiert, vermenschlicht wird sie nicht. Soziale Rollen und Verantwortung bleiben weiterhin die Domäne der Menschen.“
* Gallup-Stimmungsbarometer: Eigenstudie des Österreichischen Gallup-Instituts, 1000 Personen repräsentativ für die (webaktive) österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Methode: Computer Assisted Web Interviewing (CAWI) im Gallup-Onlinepanel, durchgeführt zwischen 19. November und 2. Dezember 2025

